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Die historische Hammerschmiede Vils.


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01.03.2018

Das historische Riepphaus

Vor 250 Jahren starb der Maler Balthasar Riepp

Der Maler Balthasar Riepp hat etwa zehn Jahr in Vils gewohnt und gearbeitet. Das Museum besitzt mehrere Gemälde des Malers, weitere sind in Privatbesitz.

Balthasar Riepp wurde am 22.11.1703 in Kempten geboren. Mit Unterstützung des Fürstabtes konnte Riepp eine Lehre beim Hofmaler Franz Benedikt Hermann absolvieren. Bei Jacob Carl Stauder lernte er das Freskomalen. Die obligatorische Italienreise führte ihn nach Venedig, Neapel und Rom, wo er den Reuttener Maler Johann Jakob Zeiller kennenlernte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er in der Zeiller-Werkstatt in Reutte. 1728 malte Balthasar Riepp die Seitenaltarblätter in der Josephskapelle in Oberstdorf. Das prestigeträchtige Gemälde für den Hauptaltar machte der Meister Paul Zeiller selber. Am 7.11.1735 heiratete Riepp Anna Maria Zeiller, die Schwester Johann Jakob Zeillers. Auf Grund von Alkoholexzessen wurde Riepp um 1753 aus der Zeillerfamilie verstoßen und ließ sich in Vils nieder. Am 2.8.1764 starb Balthasar Riepp völlig verarmt.
Im Kreuzweg für die Basilika in Wilten hat er seinem feurigen Temperament in den furiosen Szenerien Ausdruck verliehen. Einige Erzählungen lassen auch darauf schließen, dass er ein ausgesprochen schneller Maler gewesen ist. Das Hochaltarblatt für die Pfarrkirche in Bichlbach soll in sechs Tagen fertig gewesen sein. Auch weiß die Überlieferung von einer Wette um einen Liter Wein, wenn er es schaffte während des Angelusläutens einen Engel zu malen.
Nach Aufträgen für das Deckenfresko in der Ulrichskirche in Seeg und Fresken im ehemaligen Reichsstift Ottobeuren wurde Riepp nach Einsiedeln berufen. Er wurde dort „als einer der berühmtesten Maler in Deutschland“ bezeichnet.

Riepps opulenteste Erfindung ist wohl die Umsetzung des biblischen Themas „Salomon und die Königin von Saba“. Auf dem Werk, das sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum befindet, gibt es keinen Zweifel über die Urheberschaft: „Erdacht und gemalt von I.B. Riepp im Jahr 1750“
Seine letzten Fresken finden wir in der Votivkirche zu Welden 1758, danach kehrte er nach Vils zurück und malte in seiner Werkstatt meist nur noch Ölgemälde. Dort unterrichtete er auch seine Schüler Joseph Keller und Franz Sales Stapf aus Pfronten.
Riepp ist wegen seines flotten Pinselstriches und seiner Malweise bereits dem Rokoko zuzurechnen. Zu seinen Werken zählen Porträts, Zyklen der Jahreszeiten, Ölgemälde mit religiösen Inhalten und Fresken.






Erstmalig werden in einer Ausstellung gemeinsam die Philosophen von Riepp gezeigt.
Der Titel, gemalte Weisheit, wird gerecht, da von Kloster Einsiedeln, Schweiz vier Bilder von Riepp zu sehen sind: Platon, Aristoteles, Ptolemäus und Zoroaster (Zarathustra).
Dazu kommen zwei Philosophenbilder, Diogenes und Sokrates, welche durch einen glücklichen Zufall, vor wenigen Jahren in New York auf einer Auktion, durch eine Privatperson erworben werden konnten.
Die „gemalte Weisheit“ wir abgerundet durch ein Bild eines Riepp Schülers, nämlich Diogenes von Josef Keller, Pfronten.


25 Bilder aus den verschiedensten Schaffensperioden des Malers werden in Vils gezeigt.



Eine einzigartige Fassadendekoration in Riepps Werk zeigt das Haus am Stadtplatz 6 (Welschhaus) in Vils. Diese Fresken wurden fälschlich bis 1978 Franz Anton Zeiller zugeschrieben. Experten wie Prof. Wolfram Köberl und der Rieppforscher Josef Mair erkennen es eindeutig als Riepps Werk (siehe Anmerkung 64 in „Herbst des Barock“ Seite 334). Der Besitzer dieses Hauses hat den 250igsten Todestag von Riepp zum Anlass genommen, das Haus als „Riepphaus“ zu bezeichnen.

Ein ausführlicher Bildband über den Maler kann vor Ort um 15,- erworben werden.

 Riepp Heftchen.docx


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